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Südliche Weinstrasse:

Schnappschuss 001

 

Lang anhaltender Applaus, nur Aufbruchstimmung:

Mit 191 Stimmen von möglichen 196 ist Dietmar Seefeldt aus Offenbach am Montagabend von der CDU Südliche Weinstraße als ihr Bewerber für die Landratswahl nominiert worden.    Am 11. Juni geht es um die Nachfolge der vorzeitig ausscheidenden SPD-Landrätin.

Von Michael Reuter


Die Festhalle in Herxheim droht aus den Nähten zu platzen, im Umfeld gibt es kaum noch freie Parkplätze, eine sechs Meter lange Schlange vor der Getränkeausgabe – so groß ist der Andrang am Montagabend. Der 46-jährige Dietmar Seefeldt, derzeit noch hauptamtlicher Kreisbeigeordneter in Germersheim und seit zehn Jahren CDU-Fraktionsvorsitzender im Kreistag Südliche Weinstraße, wertet die große Resonanz als ein starkes Signal und tolle Rückendeckung für seine Kandidatur. Nun werde er sich in den Wahlkampf hineinknien.Doch zunächst steht die Versammlung im Zeichen von Trauer und Bestürzung über den plötzlichen Tod des langjährigen Herxheimer Bürgermeisters und CDU-Fraktionsvorsitzenden im Kreistag, Elmar Weiller. Kreisvorsitzender Marcus Ehrgott spricht von einem schmerzlichen Verlust, von einer großen Persönlichkeit – und bittet um ein stilles Gedenken im Stehen, als Verneigung vor einer großen Lebensleistung.

Auch Kandidat Seefeldt würdigt die Verdienste des Verstorbenen. Weiller sei ein vorbildlicher, menschlich sympathischer Kommunalpolitiker gewesen, sagt der Offenbacher, der sich als Begleitmusik für seinen Einzug den Xavier-Naidoo-Song „Was wir alleine nicht schaffen“ ausgesucht hat. Mit einem Wasserglas in der rechten Hand strebt Seefeldt auf der Bühne einem Stehtisch zu, um sich und seine Ziele in die Waagschale zu werfen. Im Schnelldurchlauf streift er seinen Werdegang: vom Abiturienten zum Jura-Studenten, zum Justiziar bei der Forstverwaltung des Landes, zum ersten Stellvertreter des Germersheimer Landrats Fritz Brechtel.

„Die Verwaltung und die Gesetze haben dienende Funktion. Die Verwaltung ist für den Bürger da, und nicht der Bürger für die Verwaltung“, sagt er. Dieser Satz und der Nachtrag „Im Zweifel für den Bürger“ findet den ersten stärkeren Applaus der knapp 200 Zuhörer. Dann sein Schwenk auf die Schwerpunktthemen: Die Wirtschaft sei in dieser Region breit aufgestellt. Dank gebühre den Orts- und Verbandsbürgermeistern sowie der Mittelstandsberatungsgesellschaft. „Arbeitsplätze sind die Grundlage unseres Wohlstands.“ Wohnortnahe Arbeitsplätze wolle er vor allem für die Frauen sichern, die durch Beruf und Familie doppelt gefordert seien.

Das umstrittene Fachmarktzentrum in Rohrbach darf nicht fehlen. Natürlich begrüße er dieses Projekt, und er gehe davon aus, dass es mit der Stadt Landau einen Kompromiss gebe – „hoffentlich außerhalb von Gerichtssälen“. Schließlich kooperierten der Kreis und die Stadt seit vielen Jahren, ob bei der Kfz-Zulassungsstelle, beim Medienzentrum, bei der Sparkasse oder den Krankenhäusern.

In puncto Tourismus will sich der CDU-Bewerber für adäquate Unterkünfte „am besten mit ansprechendem Wellnessangebot“ kümmern. Weitere wichtige Anliegen: erfolgreiche Arbeit des Vereins SÜW fortsetzen, ärztliche, qualitativ hochwertige Versorgung insbesondere für ältere Menschen sichern, das Pfalzklinikum Klingenmünster auch als großen Arbeitgeber unterstützen, Anreize für junge Mediziner zur Niederlassung schaffen, die Altenpflege daheim, die Zusammenarbeit mit der ökumenischen Sozialstation fördern.

Etwas fordernder und deswegen auch schärfer wird sein Ton, als er appelliert, dass die Kreisspitze das Thema „Mobile Retter“, sprich den Einsatz von ehrenamtlichen Vor-Ort-Helfern vorantreiben soll. Und dass die Glascontainer abgeschafft und Abholtage eingeführt werden. Nicht müde werden will Seefeldt im Bestreben, eine bessere Finanzausstattung der Kommunen durch Bund und Land anzumahnen. In diesem Punkt springt ihm vor allem der Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart zur Seite. Dass sich weitere Seefeldt-Fans bei der Aussprache melden, versteht sich von selbst. Kritik? Fehlanzeige. Nur Aufbruchstimmung.

Quelle

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