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Fritz Brechtel (CDU) gewinnt die Landratswahl – Seine dritte Amtszeit beginnt im Oktober – An ihrem Ende wird er 70 Jahre alt sein

Von Thomas Fehr

Germersheim. Fritz Brechtel (CDU) bleibt Landrat im Kreis Germersheim und peilt eine dritte komplette achtjährige Amtszeit an, auch wenn er an deren Ende fast 71 Jahre alt sein wird. Bei der gestrigen Wahl lag er mit 65,6 Prozent der Stimmen klar vor SPD-Herausforderin Nicole Zor.

Spannend gemacht haben es gestern die Sondernheimer, die als letzter von 102 Wahlbezirken bei der Auszählung der Briefwahl besonders sorgfältig vorgingen. Zwar war schon geraume Zeit klar, dass das Ding für Brechtel gelaufen ist – für den Siegerjubel brauchte es aber auch das letzte Ergebnis. Als das kam, flammten Wunderkerzen auf, seine engsten Mitarbeiter servierten dem sichtlich überraschten Brechtel die Landratstorte.In einem ersten Statement bedankte sich Brechtel bei seinen Mitarbeitern der Kreisverwaltung und Partei: „Alleine wäre das nie möglich gewesen.“ Der unterlegenen Nicole Zor (SPD) gratulierte er zu einem Achtungserfolg, den sie als Einsteigerin in die Politik ohne viel politische Erfahrung errungen habe. Komplettiert wurde der Erfolg aus CDU-Sicht dadurch, dass Karl Dieter Wünstel das Verbandsgemeinderathaus in Jockgrim von der SPD eroberte und Marcus Schaile in Germersheim mit klarem Votum Bürgermeister bleibt.

Er profitiere gerade jetzt von seiner großen Erfahrung und dem Netzwerk, das er in den vergangenen Jahrzehnten als ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter und dann später als Landrat aufgebaut habe, nannte Brechtel vor der Wahl als Motivation, bis weit ins Rentenalter im Amt bleiben zu wollen.

Rente war gestern Abend natürlich kein Thema für Brechtel. Dass er dennoch ans Alter denkt, spiegelt sich im Projekt „Gemeinsam älter werden – zu Hause“ wider, das er seit Jahren vorantreibt und mit dem der Kreis bundesweit zum vielzitierte Musterbeispiel wurde. „Wir wollen das Versorgungsnetzwerk für die alten Menschen ausbauen und Wohnprojekte vor Ort unterstützen“, sieht er eine Zukunftsaufgabe für die dritte Amtszeit.

Wenn Brechtel „wir“ sagt, meint er Mitstreiter in Politik, Verwaltung, Ehrenamt. „Erfolge sind nicht das Werk eines einzelnen“, sagte er im Wahlporträt gegenüber der RHEINPFALZ. Als Landrat könne er zwar Moderator, Motivator oder Ideengeber sein, aber nichts im Alleingang bewirken, beschreibt er seine Arbeit. Für diese hat er vier Schwerpunkte aufgestellt, die auch die kommende, im Oktober beginnende Wahlperiode bis 2025 prägen sollen. Die Schwerpunkte sind „Wirtschaft“, „Bildung“, „Soziales und Familie“ und „Lebensqualität“.

Brechtel ist unter anderem Mitglied des Bezirkstages Pfalz, Schatzmeister im CDU-Bezirksverband Pfalz, Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Germersheim-Kandel. Außerdem ist er Vorstandsmitglied in der Technologieregion Karlsruhe, der Metropolregion Rhein-Neckar, im Eurodistrict Pamina und im rheinland-pfälzischen Landkreistag.

 

Quelle

 

Die Rheinpfalz - Pfälzer Tageblatt - Nr. 112

Montag, den 15. Mai 2017

Seite 10

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