Die zweite Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe, das schnelle Internet, der Öffentliche Personennahverkehr sind nur drei Themen, für die wichtige Entscheidungen in Berlin fallen. Dem Bundestagsabgeordneten und CDU-Direktkandidaten der Südpfalz, Thomas Gebhart, fallen aber noch viel mehr ein, wenn man ihn nach der Bedeutung seiner Arbeit in Berlin für die Südpfalz fragt. „Vieles ist ganz eng verknüpft.“

Als Thema, das die Politik der nächsten Jahre beschäftigen wird, nennt er medizinische Versorgung und Pflege. „Ich bin nicht nur im Wahlkampf viel in der Südpfalz unterwegs“, erzählt der Abgeordnete im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Immer wieder treffe ich dabei Menschen, die sich Sorgen um ärztliche Versorgung und Pflege im Alter machen. Das Thema steht auf jeder Liste oben dabei.“Um den Menschen diese Zukunftsangst zu nehmen, gibt es für Gebhart nur einen Weg: Die Rahmenbedingungen verbessern. Im Klartext heißt das, Pflegepersonal muss besser verdienen, damit diese Berufe attraktiv bleiben. Gebhart: „Die jungen Leute sind hochmotiviert in der Ausbildung, springen dann aber ab, weil es harte Arbeit und schlecht bezahlt ist.“

Ein bundesweites Problem, das es zu lösen gilt, macht er an der Südpfalz fest. Im Kreis Germersheim haben 46 Prozent der Hausärzte bis 2022 die Altersgrenze erreicht, in Landau sind es 41 Prozent, in der Südlichen Weinstraße nur unwesentlich weniger. Gebhart glaubt aber nicht, dass dieses Problem mit Geld zu lösen ist. Vielmehr will er das vom Numerus clausus eng begrenzte Medizinstudium öffnen, damit mehr junge Leute Medizin studieren können. Gebhart: „Ich glaube nicht, dass der Abiturdurchschnitt darüber entscheidet, ob jemand ein guter Arzt wird oder nicht.“

In diesen Kontext passen die Entbürokratisierung des Gesundheitswesens, die Förderung von Familien, Baukindergeld, Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen bei der Steuer, die die CDU verspricht und die der Abgeordnete zu 100 Prozent unterstützt.

In sein Spezialgebiet in der CDU-Fraktion, die Umwelt- und Klimapolitik, passt die geplante Biomüll-Vergärungsanlage in Westheim. „Die ist absolut sinnvoll“, so Gebhart. Langfristig wünscht er sich zu deren Betrieb eine Südpfalz-Lösung. Das heißt, auch die Südliche Weinstraße und Landau sollten ihren Biomüll in Westheim verwerten, statt ihn weiter weg zu fahren. Im Gegenzug müsste dann auch weniger Biomüll von weiter her zur Auslastung der Anlage nach Westheim gefahren werden. Jedenfalls wird Gebhart im Kreistag Germersheim den Bau dieser Anlage unterstützen.

Momentan aber fordert der Wahlkampf alle Kraft, „ich habe keine freie Stunde mehr“, sagte er beim CDU-Kreisparteitag Ende August in Sondernheim. Im Gegensatz zu Kandidaten, die über die Landesliste abgesichert sind, kann sich Gebhart nicht zwischendurch gemütlich zu Hause in Jockgrim zurücklehnen und abwarten. Er steht zwar weit vorne auf Platz vier, weil aber die CDU bisher immer so viele oder mehr Direktmandate gewonnen hat, wie ihr für Rheinland-Pfalz nach dem Wahlergebnis zustehen, nützt die Liste nichts. Daran verschwendet er aber zumindest öffentlich keinen Gedanken: „Ich will gewinnen und arbeite dafür.“

Wahlkampftermine mit Politprominenz hat er keine mehr. Interessant wird seiner Meinung nach aber ein Abend am 19. September in Herxheim. Dort wird eine Live-Dokumentation über die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten gezeigt. Dafür wurde parteiübergreifend Thomas Gebhart ausgesucht und einige Tage vom Filmteam begleitet. „Es ist eine Mischung aus Film und Live-Moderation“, kündigt er an. Die werde in ganz Deutschland gezeigt.

Zur Person

Fünf Fragen an Dr. Thomas Gebhart

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1. Was bedeutet für Sie Glück?

Im Einklang mit mir selbst zu sein.


2. Was macht Ihnen Angst?

Wie respektlos manche Menschen miteinander umgehen.


3. Welchen Prominenten außerhalb der Politik würden Sie gerne auf ein Glas Wein treffen?
Den Papst Franziskus

4. Welches Buch und oder welche CD würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen?

Hermann Hesse: Siddhartha.


5. Welcher Ort bedeutet für Sie Erholung und abschalten vom Politikalltag?