Von Sabine Dean


„Meine Damen und Herren, darf ich Ihnen die künftige Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Maikammer vorstellen?“ So empfing Karl Schäfer gestern Abend kurz nach 20 Uhr seine Nachfolgerin im Rathaus. Und er gratulierte ihr vor zahlreichen applaudierenden Gästen: „79,8 Prozent – ein tolles Ergebnis. Wer sie im Wahlkampf erlebt hat, hat gesehen, dass sie um jede Stimme gekämpft hat.“In der Tat: Noch am Samstag war Gabriele Flach in Maikammer unterwegs, hat sich bei Haustürbesuchen und an einem Stand vorgestellt. Ihr großes Ziel war es, eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen. Das ist ihr mit 78 Prozent in der Verbandsgemeinde gelungen. In St. Martin lag die Wahlbeteiligung am höchsten, bei 79,1 Prozent. Sie sei damit „sehr zufrieden“, betonte die 50-Jährige strahlend, verwies dabei aber auch darauf, dass der Erfolg eine Teamleistung sei. „Hinter uns liegen fünf Monate Wahlkampf mit 80 Terminen – das ist nur möglich mit zahlreichen Unterstützern“, dankte Flach allen ihren Helfern. Einige erwähnte sie namentlich: „Nadine Anton aus Kirrweiler hat mir vom ersten Tag an zur Seite gestanden.“ Und sie nannte das Team, „ohne das die Verbandsgemeinde nicht das wäre, was sie heute ist“. Schließlich dankte sie Schäfer, „auch für die Freundschaft“.

Flach, die in Edenkoben wohnt, wird sich übrigens ein neues Zuhause in der Verbandsgemeinde Maikammer suchen. „Es war klar, dass ich umziehe“, sagte sie. In welchen Ort sie ziehen werde, nach Maikammer, St. Martin oder Kirrweiler, sei aber noch unklar.

Bis 1. Januar will sich Flach, die derzeit noch als Verwaltungsdirektorin beim Gemeinde- und Städtebund arbeitet, die Zeit nutzen für eine „ordentliche Übergabe in Mainz“. Gespräche mit den Mitarbeitern der Verbandsgemeindeverwaltung sowie mit den Bürgern in den drei Ortsgemeinden hat sich die künftige Bürgermeisterin außerdem vorgenommen.

Eine ihrer Herzensangelegenheiten sei, „die Angebote für Kinder, Familien und Senioren bedarfsgerecht auszubauen“. Sie wisse, dass sie für eine gut aufgestellte Verbandsgemeinde verantwortlich sein werde, betonte sie, und verwies auf die Tatsache, „dass in jeder Gemeinde ein Kindergarten und eine Grundschule sind“.

Die Zeit bis zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses hat Gabriele Flach gestern recht entspannt verbracht. „Ich habe mal ausgeschlafen, ich war auf dem Weinfest in Edenkoben, ich war joggen“, zählte sie lachend ihre Beschäftigungen am gestrigen Sonntag auf. „Erst am Mittag ist die Spannung gestiegen“, verriet sie. Nachdem alle Stimmen gezählt waren, musste Flach dann gestern Abend noch einmal arbeiten: Sie schüttelte zahlreiche Hände und ließ sich von vielen Gratulanten herzlich umarmen. „Die Tatsache, dass sich außer ihr niemand für das Amt beworben hat, werte ich als Bestätigung, dass die CDU die richtige Kandidatin gewählt hat“, meinte Karl Schäfer zu mancher Kritik, dass es nur eine einzige Kandidatin gegeben hat.

Gabriele Flach ist 2005 schon einmal bei einer Wahl angetreten: In der Landratswahl hatte sie 42,9 Prozent gegen die damalige Titelverteidigerin Theresia Riedmaier (SPD) erreicht. Sie war als Parteilose von der CDU ins Rennen geschickt worden.

 

Quelle:http://epaper.rheinpfalz.de/