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Innerhalb von zwei Jahren war Seefeldt in Germersheim vom Justiziar zum Kreisbeigeordneten aufgestiegen: Der 46-jährige Diplom-Verwaltungswirt und Jurist war im November 2012 als Justiziar zur Kreisverwaltung gekommen. Kurze Zeit später wurde er Leiter der Stabsstelle Recht und Vorsitzender des Kreisrechtsausschusses, im September 2014 wurde er zum Ersten Kreisbeigeordneten ernannt. Als Stellvertreter von Landrat Fritz Brechtel übernahm er den Bereich Jugend, Soziales und Schulen.Über 146 Millionen Euro waren 2017 für den Sozialhaushalt angesetzt. Das Geld wird meist für Pflichtaufgaben ausgegeben. Gemeinsam mit den Fachabteilungen gelang es Seefeldt mit viel Engagement und Fachkenntnis dennoch, eigene Akzente zu setzen. Im Bereich Inklusion wurde so zum Beispiel das Modellprojekt „4 plus 1“ umgesetzt: An den Schwerpunktschulen Lingenfeld und Rülzheim wurde pro Klassenstufe eine Fachkraft in Teilzeit fest angestellt, dazu kommt eine Vollzeitkraft. Verzichtet werden sollte dafür weitgehend auf „I-Helfer“, also einzeln zugeordnete Integrationskräfte. Das Projekt lief so gut an, dass es jetzt auch an anderen Grundschulen im Kreis etabliert werden soll. Das Bildungsministerium in Mainz interessierte sich für dieses Modellprojekt, wie für so manche Idee, die in den vergangenen Jahren aus Germersheim kam.

Mit dem Jugendamt entwickelte Seefeldt das „Familienklassenzimmer“: Auffällige Grundschulkinder nehmen einmal in der Woche ihre Eltern mit zu Schulstunden, die von einer Förderlehrerin und einer Sozialarbeiterin angeboten werden. Auch am Modellprojekt „Schwer herausforderndes Verhalten“ war Seefeldt beteiligt, diesmal als Vorsitzender des Eingliederungshilfeverbunds der Region Südpfalz.

Der Zustrom von Flüchtlingen ab dem Sommer 2015 bedeutete weitere Herausforderungen. Das „Willkomm“-Paket wurde geschnürt und Interkulturelle Assistenzen eingestellt, um die Integration der Flüchtlingskinder zu erleichtern.

Zur Kür kamen die verwaltungstechnischen Pflichtaufgaben, wie das Entwerfen von Leitbildern oder Umstrukturierungen von Abteilungen. Manche Ideen, wie ein „Haus der Familie“ oder die Wohnprojekte für Senioren, werden erst in den kommenden Jahren umgesetzt.

Aus den Fachabteilungen heißt es, Seefeldt sei ein Chef gewesen, wie man ihn sich nur wünschen kann. Auf diesen Vorgesetzten können sich nun die Mitarbeiter der Kreisverwaltung an der Südlichen Weinstraße freuen.

Quelle:http://epaper.rheinpfalz.de

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