Rund 900 Zuhörer und ein Streichquartett, das Mozart spielte – das waren Premieren bei einer Sitzung des Verbandsgemeinderats Maikammer. Es war aber auch eine besondere Sitzung gestern Abend im Maikammerer Bürgerhaus: Gabriele Flach (CDU) wurde zur neuen Verbandsbürgermeisterin ernannt und in das Amt eingeführt, das sie am 1. Januar übernimmt, der bisherige Verbandsbürgermeister Karl Schäfer (CDU) wurde verabschiedet. Seit 34 Jahren hatte man in der Verbandsgemeinde so etwas nicht mehr erlebt, so lange war Schäfer im Amt. Er war es, der seine Nachfolgerin ernannte und vereidigte. Flach, die den Eid mit der religiösen Formel sprach, sagte, sie freue sich „in einer der schönsten Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz“ Verantwortung zu übernehmen. Schäfer zeigte sich da noch etwas begeisterter, für ihn sei Maikammer „die schönste Verbandsgemeinde in Rheinland-Pfalz“.Noch weitaus euphorischer fielen das Lob und die Bewunderung aus, mit denen Joachim Anton (CDU), Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde, den Verwaltungschef verabschiedete. Schäfer sei „eine herausragende Persönlichkeit“, ihn zeichne „Sachverstand, Weitblick, Zähigkeit, Verhandlungsgeschick, Beharrlichkeit, Kompetenz und außerordentliches Engagement“ aus, er habe in seinem Arbeitsleben „einen beispielhaften Einsatz gezeigt“. Anton bezeichnete Schäfer als „Baumeister einer modernen Verbandsgemeinde“, als Visionär, als „Meister der Zuschüsse und Abholer der Fördermittel“ sowie in humorvollem Ton als „Brücken- und Kreiselbauer“. „Du kannst zufrieden und stolz sein auf das, was Du geschaffen hast“, betonte Anton.

„Was soll man jetzt noch sagen“, fragte Dietmar Seefeldt (CDU), Landrat der Südlichen Weinstraße, angesichts der begeisterten Laudatio von Anton. Nun, einiges fiel Seefeldt doch noch ein. Etwa, dass Schäfer es gewesen sei, der seine Nachfolgerin ausgesucht habe, und dass diese Nachfolgerin sicher „dankbar“ für Ratschläge ihres Vorgängers sein werde. Seefeldt erinnerte auch an weitere Ämter Schäfers, etwa in den politischen Gremien des Kreises, im Verwaltungsrat der Sparkasse Südliche Weinstraße und als stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands des Roten Kreuzes Südliche Weinstraße.

Angesprochen wurde auch die Fusion der Verbandsgemeinden Maikammer und Edenkoben. Diese Zeit habe Schäfer oft an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit gebracht, verriet Anton. Es sei vor allem ihm zu verdanken, dass die Klage gegen die Fusion erfolgreich war, sagte Seefeldt. Schäfer sei ein Vorbild, weil er Sach- und nicht Parteipolitik in den Vordergrund gestellt habe.

Der neuen Verbandsbürgermeisterin bescheinigte Seefeldt Fachkompetenz sowie persönliche und politische Eignung zur Übernahme von Schäfers Erbe. Anton lobte ihren „Charme, ihr Lächeln und ihre Natürlichkeit“. Flach selbst kündigte an, dass sie eine „offene, zielorientierte und über Parteigrenzen hinausgehende Zusammenarbeit“ anstrebe, offen sei für Anregungen und konstruktive Kritik und mit dem Vertrauen, das die Bürger ihr entgegengebracht hätten, „sorgsam umgehen“ wolle. Auch sie verwies auf die Verdienste ihres Amtsvorgängers.

Nicht vergessen wurde Marianne Schäfer, die ihren Mann immer unterstützt habe, seine Managerin und Beraterin gewesen sei, wie Anton sagte. Auch Schäfer bedankte sich bei seiner Frau und seiner Familie – dabei versagte ihm vor Bewegung die Stimme. Er freue sich auf zukünftige „häusliche Aufträge“, allerdings werde er, wenn Gartenarbeit ansteht, wohl auch zukünftig dienstliche Termine haben.

Schäfer bekam zum Dank für sein Engagement nicht nur ein Wappen der Verbandsgemeinde, sondern auch minutenlangen Beifall im Stehen.

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