Von Michael Reuter


Am 11. September hatte der frühere CDU-Generalsekretär, Bundestagsabgeordnete,Landes- und Bundesminister im Alter von 87 Jahren für immer die Augen geschlossen. Am 27. wurde der seit 1980 in Gleisweiler wohnende Politiker auf dem Friedhof seiner Heimatgemeinde zu Grabe getragen. Zu dem großen, würdevollen Begräbnis waren Hunderte von Prominenten, darunter auch Kanzlerin Angela Merkel und der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel, Weggefährten und Mitbürgern gekommen. Wegen der strengen Sicherheitsvorkehrungen und der Platzprobleme entschieden sich offenbar sehr viele Menschen, erst in den Tagen danach Abschied von Heiner Geißler zu nehmen und ihm die letzte Ehre zu erweisen.„Auch jetzt noch kommen Leute, die nach dem Friedhof und nach seinem Grab fragen“, sagt Ortsbürgermeister Robert Vogl (parteilos). Dort herrsche auch jetzt noch wesentlich mehr Betrieb als früher. Immer wieder würden Mitbürger und auch der Gemeindearbeiter Ernst Josef Roth danach gefragt, wie man zum Grab von Heiner Geißler komme. Auch viele Urlauber aus allen Teilen der Republik sind darunter, wie die Kfz-Kennzeichen zeigen

Grab Geißler bild

Zur Trauerfeier gabes offenbar drei Kondolenzbücher, in die man sich eintragen konnte. Eines von der Familie Geißler, eines von der CDU und eines von der Gemeinde. In Letzterem trugen sich insbesondere die Mitbürger des Verstorbenen ein. Gut die Hälfte der Seiten sollen beschrieben worden sein, meist mit der aufrichtigen Anteilnahme gegenüber den Angehörigen. Die CDU-Ortsgruppe Gleisweiler verewigte sich im Rathaus mit einem längeren Text.

Auch in der CDU-Geschäftsstelle in Landau lag ein Kondolenzbuch aus. Nach Angaben von Dorothea Müller, Vorsitzende des CDU-Kreisverbands Lan

dau, haben sich darin mindestens 200 Personen eingetragen, darunter die Abgeordneten in Berlin und Mainz sowie die christdemokratischen Spitzen aus Landau. Die Trauerbezeugungen waren geprägt von sehr persönlichen Noten, Lob und Dank für den Mann der Nächstenliebe.

Fest steht laut Dorfchef, dass sich der 600-Einwohner-Ort etwas einfallen lässt, um das Gedenken an den gleichermaßen prominenten wie heimatverbundenen und bürgernahen Sozialpolitiker wach zu halten. „Über das Wie müssen wir uns im Gemeinderat unterhalten“, unterstreicht Robert Vogl auf Anfrage. Nach RHEINPFALZ-Informationen ist nicht daran gedacht, einen der Dorfplätze nach Heiner Geißler zu benennen. Denn diese haben traditionsgeprägte Bezeichnungen.

Auch eine Heiner-Geißler-Straße wird nicht ins Kalkül einbezogen. Eine solche Umbenennung – siehe der Fall Helmut Kohl in Ludwigshafen – könnte bei den Anliegern wegen der Kostenfolgen bei der Adressenänderung auf Widerstand stoßen.

Eher wahrscheinlich ist wohl eine Gedenktafel oder eine Veranstaltung, die nach Geißler benannt wird. Wie auch immer, die Hinterbliebenen werden auf jeden Fall in die Entscheidung einbezogen.

Quelle: http://epaper.rheinpfalz.de

Geißler-Bestattung in Gleisweiler: Weggefährten und Freunde nehmen Abschied

Unter den Trauergästen waren viele bekannte Gesichter. (Foto: Iversen)

 

 

 

 

 

Auch Kanzlerin Merkel war gekommen. (Foto: Iversen)

 

 

 

 

 

 

 

 

Neben der Kanzlerin waren auch Norbert Lammert, Peter Altmaier, Volker Kauder, Bernhard Vogel, Norbert Blüm und Kurt Biedenkopf gekommen. (Foto: dpa)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heiner Geißler hatte bis zuletzt in Gleisweiler gelebt. Er starb dort am 11. September im Alter von 87 Jahren. (Foto: Iversen)

Unter den Gästen war auch die rheinland-pfälzische CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner. Im Hintergrund: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, Kanzleramtsminister Peter Altmaier, der scheidende Bundestagspräsident Norbert Lammert und CDU-Generalsekretär Peter Tauber (alle CDU). (Foto: dpa)

Der Besucherandrang war groß. (Foto: Iversen)

Erwin Teufel, ehemaliger Ministerpräsident von Baden-Württemberg. (Foto: Iversen)

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Norbert Lammert. (Foto: Iversen)

Auffällig viele Polizisten

Auffällig viele Polizisten – auch in Zivil – sichern den Tag über Straßen und Plätze. Die Haupt-, Berg-, Kirch- und Kronstraße sowie die Bad- und Weinstraße sind ab 11 Uhr für den Verkehr gesperrt – wie auch die Weinstraße zwischen Burrweiler und Gleisweiler.

Auch der Friedhof war abgeriegelt. (Foto: Iversen)

 

Quelle:http://www.rheinpfalz.de/lokal/artikel/geissler-bestattung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Großes Medieninteresse


Gegen Mittag waren die St.Stephanus-Kirche und der Friedhof bereits abgesperrt, Ordner achteten darauf, dass nur geladene Gäste hinter die Absperrung kommen. Gegen 13 Uhr hatten sich bereits einige Kamerateams platziert, rund 50 Leute warteten geduldig vor und hinter der Absperrung, die ersten Trauerkränze waren schon aufgestellt. Ab 14 Uhr dann drängten sich zahlreiche Schaulustige vor der abgesperrten Kirche.

 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Erwin Teufel hält Trauerrede

"Heiner Geißler war ein guter Mensch, und ein guter Mitmensch", sagte Baden-Württembergs ehemaliger Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) bei seiner Trauerrede. Geißler sei gesegnet gewesen mit großem Urteilsvermögen, scharfem Verstand und leidenschaftlichem Engagement. Im Anschluss an die Trauerfeier wurde Geißler im Kreis seiner Familie und den Ehrengästen beigesetzt. Hunderte Menschen verfolgten die Beerdigung außerhalb der Friedhofsmauern. Heiner Geißler, ehemaliger rheinland-pfälzischer Sozialminister und Bundesfamilienminister, hatte bis zuletzt in dem 600-Einwohner-Ort gelebt. Er starb dort am 11. September im Alter von 87 Jahren. |ansc/adh/dpa

Von Sabine Dean


„Meine Damen und Herren, darf ich Ihnen die künftige Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Maikammer vorstellen?“ So empfing Karl Schäfer gestern Abend kurz nach 20 Uhr seine Nachfolgerin im Rathaus. Und er gratulierte ihr vor zahlreichen applaudierenden Gästen: „79,8 Prozent – ein tolles Ergebnis. Wer sie im Wahlkampf erlebt hat, hat gesehen, dass sie um jede Stimme gekämpft hat.“In der Tat: Noch am Samstag war Gabriele Flach in Maikammer unterwegs, hat sich bei Haustürbesuchen und an einem Stand vorgestellt. Ihr großes Ziel war es, eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen. Das ist ihr mit 78 Prozent in der Verbandsgemeinde gelungen. In St. Martin lag die Wahlbeteiligung am höchsten, bei 79,1 Prozent. Sie sei damit „sehr zufrieden“, betonte die 50-Jährige strahlend, verwies dabei aber auch darauf, dass der Erfolg eine Teamleistung sei. „Hinter uns liegen fünf Monate Wahlkampf mit 80 Terminen – das ist nur möglich mit zahlreichen Unterstützern“, dankte Flach allen ihren Helfern. Einige erwähnte sie namentlich: „Nadine Anton aus Kirrweiler hat mir vom ersten Tag an zur Seite gestanden.“ Und sie nannte das Team, „ohne das die Verbandsgemeinde nicht das wäre, was sie heute ist“. Schließlich dankte sie Schäfer, „auch für die Freundschaft“.

Flach, die in Edenkoben wohnt, wird sich übrigens ein neues Zuhause in der Verbandsgemeinde Maikammer suchen. „Es war klar, dass ich umziehe“, sagte sie. In welchen Ort sie ziehen werde, nach Maikammer, St. Martin oder Kirrweiler, sei aber noch unklar.

Bis 1. Januar will sich Flach, die derzeit noch als Verwaltungsdirektorin beim Gemeinde- und Städtebund arbeitet, die Zeit nutzen für eine „ordentliche Übergabe in Mainz“. Gespräche mit den Mitarbeitern der Verbandsgemeindeverwaltung sowie mit den Bürgern in den drei Ortsgemeinden hat sich die künftige Bürgermeisterin außerdem vorgenommen.

Eine ihrer Herzensangelegenheiten sei, „die Angebote für Kinder, Familien und Senioren bedarfsgerecht auszubauen“. Sie wisse, dass sie für eine gut aufgestellte Verbandsgemeinde verantwortlich sein werde, betonte sie, und verwies auf die Tatsache, „dass in jeder Gemeinde ein Kindergarten und eine Grundschule sind“.

Die Zeit bis zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses hat Gabriele Flach gestern recht entspannt verbracht. „Ich habe mal ausgeschlafen, ich war auf dem Weinfest in Edenkoben, ich war joggen“, zählte sie lachend ihre Beschäftigungen am gestrigen Sonntag auf. „Erst am Mittag ist die Spannung gestiegen“, verriet sie. Nachdem alle Stimmen gezählt waren, musste Flach dann gestern Abend noch einmal arbeiten: Sie schüttelte zahlreiche Hände und ließ sich von vielen Gratulanten herzlich umarmen. „Die Tatsache, dass sich außer ihr niemand für das Amt beworben hat, werte ich als Bestätigung, dass die CDU die richtige Kandidatin gewählt hat“, meinte Karl Schäfer zu mancher Kritik, dass es nur eine einzige Kandidatin gegeben hat.

Gabriele Flach ist 2005 schon einmal bei einer Wahl angetreten: In der Landratswahl hatte sie 42,9 Prozent gegen die damalige Titelverteidigerin Theresia Riedmaier (SPD) erreicht. Sie war als Parteilose von der CDU ins Rennen geschickt worden.

 

Quelle:http://epaper.rheinpfalz.de/
Die zweite Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe, das schnelle Internet, der Öffentliche Personennahverkehr sind nur drei Themen, für die wichtige Entscheidungen in Berlin fallen. Dem Bundestagsabgeordneten und CDU-Direktkandidaten der Südpfalz, Thomas Gebhart, fallen aber noch viel mehr ein, wenn man ihn nach der Bedeutung seiner Arbeit in Berlin für die Südpfalz fragt. „Vieles ist ganz eng verknüpft.“

Als Thema, das die Politik der nächsten Jahre beschäftigen wird, nennt er medizinische Versorgung und Pflege. „Ich bin nicht nur im Wahlkampf viel in der Südpfalz unterwegs“, erzählt der Abgeordnete im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Immer wieder treffe ich dabei Menschen, die sich Sorgen um ärztliche Versorgung und Pflege im Alter machen. Das Thema steht auf jeder Liste oben dabei.“Um den Menschen diese Zukunftsangst zu nehmen, gibt es für Gebhart nur einen Weg: Die Rahmenbedingungen verbessern. Im Klartext heißt das, Pflegepersonal muss besser verdienen, damit diese Berufe attraktiv bleiben. Gebhart: „Die jungen Leute sind hochmotiviert in der Ausbildung, springen dann aber ab, weil es harte Arbeit und schlecht bezahlt ist.“

Ein bundesweites Problem, das es zu lösen gilt, macht er an der Südpfalz fest. Im Kreis Germersheim haben 46 Prozent der Hausärzte bis 2022 die Altersgrenze erreicht, in Landau sind es 41 Prozent, in der Südlichen Weinstraße nur unwesentlich weniger. Gebhart glaubt aber nicht, dass dieses Problem mit Geld zu lösen ist. Vielmehr will er das vom Numerus clausus eng begrenzte Medizinstudium öffnen, damit mehr junge Leute Medizin studieren können. Gebhart: „Ich glaube nicht, dass der Abiturdurchschnitt darüber entscheidet, ob jemand ein guter Arzt wird oder nicht.“

In diesen Kontext passen die Entbürokratisierung des Gesundheitswesens, die Förderung von Familien, Baukindergeld, Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen bei der Steuer, die die CDU verspricht und die der Abgeordnete zu 100 Prozent unterstützt.

In sein Spezialgebiet in der CDU-Fraktion, die Umwelt- und Klimapolitik, passt die geplante Biomüll-Vergärungsanlage in Westheim. „Die ist absolut sinnvoll“, so Gebhart. Langfristig wünscht er sich zu deren Betrieb eine Südpfalz-Lösung. Das heißt, auch die Südliche Weinstraße und Landau sollten ihren Biomüll in Westheim verwerten, statt ihn weiter weg zu fahren. Im Gegenzug müsste dann auch weniger Biomüll von weiter her zur Auslastung der Anlage nach Westheim gefahren werden. Jedenfalls wird Gebhart im Kreistag Germersheim den Bau dieser Anlage unterstützen.

Momentan aber fordert der Wahlkampf alle Kraft, „ich habe keine freie Stunde mehr“, sagte er beim CDU-Kreisparteitag Ende August in Sondernheim. Im Gegensatz zu Kandidaten, die über die Landesliste abgesichert sind, kann sich Gebhart nicht zwischendurch gemütlich zu Hause in Jockgrim zurücklehnen und abwarten. Er steht zwar weit vorne auf Platz vier, weil aber die CDU bisher immer so viele oder mehr Direktmandate gewonnen hat, wie ihr für Rheinland-Pfalz nach dem Wahlergebnis zustehen, nützt die Liste nichts. Daran verschwendet er aber zumindest öffentlich keinen Gedanken: „Ich will gewinnen und arbeite dafür.“

Wahlkampftermine mit Politprominenz hat er keine mehr. Interessant wird seiner Meinung nach aber ein Abend am 19. September in Herxheim. Dort wird eine Live-Dokumentation über die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten gezeigt. Dafür wurde parteiübergreifend Thomas Gebhart ausgesucht und einige Tage vom Filmteam begleitet. „Es ist eine Mischung aus Film und Live-Moderation“, kündigt er an. Die werde in ganz Deutschland gezeigt.

Zur Person

Fünf Fragen an Dr. Thomas Gebhart

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1. Was bedeutet für Sie Glück?

Im Einklang mit mir selbst zu sein.


2. Was macht Ihnen Angst?

Wie respektlos manche Menschen miteinander umgehen.


3. Welchen Prominenten außerhalb der Politik würden Sie gerne auf ein Glas Wein treffen?
Den Papst Franziskus

4. Welches Buch und oder welche CD würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen?

Hermann Hesse: Siddhartha.


5. Welcher Ort bedeutet für Sie Erholung und abschalten vom Politikalltag?

„Ich bin überwältigt. Das ist der Wahnsinn.“ Christian Burkhart hat das geschafft, was kaum einer geglaubt hat: einen Durchmarsch im ersten Wahlgang. Mit 50,9 Prozent der Stimmen holt er den Sieg in der Verbandsgemeinde Annweiler und wird diese ab dem Jahreswechsel führen. Der Christdemokrat, den die bürgerliche Koalition ins Rennen geschickt hat, nachdem Amtsinhaber Kurt Wagenführer (FWG) aus gesundheitlichen Gründen seine Kandidatur zurückgezogen hatte, ist gerade einmal 34 Jahre alt. Aber das sah er immer als Vorteil. Frischer Wind, neue Perspektiven, führte Burkhart an, der seit 2014 Ortsbürgermeister von Waldhambach ist. Und offensichtlich konnte der bodenständige und zielstrebige Jungspund auch die Wähler von seinen Qualitäten überzeugen.Als um 18.25 Uhr das erste Zwischenergebnis eintrudelt – Münchweiler, 65,5 Prozent für Burkhart – herrscht noch verhaltene Stille im Wahlbüro im VG-Rathaus. Fünf Minuten später betritt Burkhart mit seiner Frau den Raum. Der zweite und dritte Stimmbezirk entscheiden sich zu seinen Gunsten. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Aber er ist noch vorsichtig: „Abgerechnet wird zum Schluss.“ 19.10 Uhr ist es so weit. Und Burkhart ist überglücklich – nicht überschwänglich, das ist nicht seine Art. Noch mal ein Abstecher nach Offenbach, um seinem Parteifreund und künftigen Landrat Dietmar Seefeldt zu gratulieren, dann geht’s zurück nach Waldhambach, um bei der Feuerwehr zu feiern.

Fertig mit der Welt ist dagegen Thomas Wollenweber. Kurz nach 19 Uhr steht für den Sozialdemokraten nicht nur fest, dass er mit 22,1 Prozent der Stimmen Schlusslicht geworden ist. Ihn erreicht auch die Nachricht, dass nach Alsterschwänin Anni nun auch ihr Partner Willi tot aufgefunden wurde. Glücklicherweise stellt sich das später als Falschmeldung heraus. Aber in dem Moment kann er nur angespannt und frustriert sagen: „Mir reicht’s für heute.“ Natürlich sei er enttäuscht, aber er bereue seine Entscheidung nicht, ein zweites Mal angetreten zu sein. Wer etwas mit Leidenschaft mache, müsse auch dafür einstehen. Bereits bei der Bürgermeisterwahl 2009 hatte sich der Lokalmatador nicht gegen den Edenkobener Kurt Wagenführer durchsetzen können. Der ist gestern selbst ein bisschen aufgeregt. „Ich fühle mich acht Jahre zurückversetzt.“ Immer wieder tuschelt er mit Burkhart, als Zahl für Zahl die Wahlergebnisse einlaufen. Und die Mundwinkel gehen immer mehr nach oben. Sein damaliger Konkurrent Wollenweber kommt als letzter der drei Kandidaten ins VG-Rathaus. Nicht mal die Trifelsstadt konnte er für sich entscheiden. „Wenn ich das Ergebnis sehe, muss ich mich fragen, ob ich die letzten 13 Jahre geschlafen habe“, kommentiert der 53-Jährige ernüchtert.

Auch Harald Jentzer ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Zwar hat der parteilose Kandidat mit 27 Prozent mehr Stimmen als Wollenweber eingefahren. „Aber das bringt mir auch nichts. Ich bin angetreten, um zu gewinnen.“ Er habe die Stimmungslage anders eingeschätzt, mit einer Stichwahl gerechnet. Am Abend will er es sich mit seiner Familie gemütlich machen, um das Wahlergebnis zu verdauen. Immerhin hat der Ortsbürgermeister von Dernbach in seiner Heimatgemeinde die meisten Stimmen abgeräumt.

Quelle: http://epaper.rheinpfalz.de/EPaper/PHP-Files/archivedpages.php?#

„Ich kann es gar nicht richtig fassen, ich bin einfach nur glücklich“, sagt Dietmar Seefeldt gestern Abend wenige Minuten nach Bekanntwerden des Endergebnisses der RHEINPFALZ. Er wird der neue Landrat an der Südlichen Weinstraße. Er sei einfach froh, dass er im ersten Wahlgang den Durchmarsch geschafft habe. Fast scheint es, als wäre dieser Wahlsieg schicksalhaft. Der 46-Jährige wuchs in einem christdemokratischen Haushalt auf, sein Vater Manfred lenkte lange Jahre die Geschicke der Verbands- und Ortsgemeinde Offenbach. Am Mittagstisch ging es eigentlich immer nur um eines: um Politik. Schon als Teenager engagierte er sich in der Jungen Union, der Kaderschmiede der Christdemokraten. Beispielsweise sammelte er Unterschriften für den Bau einer Rutsche im heimischen Freibad. Der großgewachsene Südpfälzer mit der leichten Mallorcabräune im Gesicht machte sein Abitur in Landau, absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt bei der damaligen Bezirksregierung in Neustadt und studierte dann Jura in Heidelberg. Mit dem zweiten Staatsexamen fand er seine erste Stelle als Justiziar bei Landesforsten Rheinland-Pfalz. „Ich kannte fast jeden Förster im Land, das war ein toller Job“, hat der Vater dreier Töchter kürzlich gesagt. Nach zwölf Jahren auf dieser Position wechselte er als hauptamtlicher Beigeordneter in den Kreis Germersheim.

Seefeldt ist Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag und Mitglied des Verbandsgemeinderats Offenbach. Auf die Sitzungen bereitet er sich immer sehr gut vor, er liebt das Detail. Aber er ist kein Polterer, kein begnadeter Redner, der einen Saal zum Beben bringen kann – anders als die sozialdemokratische Amtsinhaberin Theresia Riedmaier, die aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt vorzeitig niederlegen wird.

Mit seinem Sieg geht für die Christdemokraten an der Südlichen Weinstraße eine lange Durststrecke zu Ende, denn der Landkreis galt lange als konservative Stammregion. Doch Theresia Riedmaier war es vor 20 Jahren überraschend gelungen, als erste urgewählte Landrätin für die SPD ins Kreishaus einzuziehen. Über ihre komplette Amtszeit hinweg musste sie jedoch gegen eine bürgerliche Koalition aus CDU, FWG und FDP im Kreistag regieren. Auf diese Mehrheit kann sich der für acht Jahre gewählte Dietmar Seefeldt nun stützen.

Er übernimmt einen Landkreis mit rund 112.000 Einwohnern, der vor allem vom Weinbau und Tourismus lebt. Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser sind in einem guten Zustand. Die Verbesserung der Infrastruktur, vor allem der Breitbandausbau, und die Gestaltung des demografischen Wandels waren die Wahlkampfthemen des Christdemokraten. Dabei schränkt der Schuldenberg von rund 85 Millionen Euro seine Gestaltungsmöglichkeiten ein.

Seefeldt hat mal gesagt, er mag die Menschen in seiner Heimat wegen ihrer Offenheit. Er hat versprochen, ein offenes Ohr für sie zu haben.

 

Quelle: Die Rheinpfalz - Pfälzer Tageblatt - Nr. 134

 

Wahlergebnis Wahl der Landrätin des Landrats 2017.html Seite 1

Wahlergebnis Wahl der Landrätin des Landrats 2017.html Seite 2

Wahlergebnis Wahl der Landrätin des Landrats 2017.html Seite 3

Wahlergebnis Wahl der Landrätin des Landrats 2017.html Seite 4

 

Quelle: https://www.suedliche-weinstrasse.de/…/meld…/lr_wahl2017.php