Ist Sperrmüll auf Abruf aus Sicht der Bürger wirklich die bessere Lösung?
Sehr bedauerlich ist aus Sicht der CDU-Kreistagsfraktion, dass die bisher im Werksausschuss sehr sachlich geführte Diskussion von der Landrätin nunmehr in eine parteipolitische Auseinandersetzung geführt wird. Ihre Behauptung, nur die CDU habe bisher eine Änderung des Abfuhrsystems verhindert, ist nicht korrekt, da auch Vertreter der anderen Fraktionen sich im Werksausschuss dafür ausgesprochen haben.
Die Sperrmüll-Abfuhr betrifft alle Orte im gesamten Landkreis, sodass man in dieser Angelegenheit unterschiedlicher Auffassung sein kann, welches das passende Abholsystem für den jeweiligen Ort sein mag. Doch sowohl das bisherige System der Sperrmüllabholung als auch der sog. „Sperrmüll auf Abruf“ haben Vor- und Nachteile.
Die Bürgermeister sind allgemein, ganz gleich welcher Partei sie angehören, stets daran interessiert, dass eine rasche und umfassende Abholung des Sperrmülls erfolgt. Daher sprechen sich auch SPD Bürgermeister für die Beibehaltung des bisherigen Abholsystems aus. Nicht verwunderlich ist es aber, wenn Bürgermeister, auch aus den Reihen der CDU, nach negativen Erfahrungen durch mangelhafte Ablauforganisation eine Änderung des Abholsystems in Erwägung ziehen. In dieser Frage über die Zeitung eine parteipolitische Auseinandersetzung herbeizuführen, ist deshalb der Sache nicht dienlich.
Die CDU-Kreistagsfraktion vertritt nach wie vor die Auffassung, dass das bisherige System der zweimaligen Abholung im Jahr für die Gebührenzahler und den Abfallbetrieb des Landkreises die kostengünstigere und bürgerfreundlichere Variante ist.
Ein erheblicher Nachteil beim Sperrmüll auf Abruf liegt zudem darin, dass bei diesem System sozusagen das ganze Jahr über Sperrmüll in den Straßen der Dörfer herumliegt. Sperrmüll kann dann für die Gemeinde vollkommen unplanbar, zum Beispiel auch zu großen Festen oder kulturellen Veranstaltungen im Ort bereitgestellt werden. Dies kann sicher nicht im Sinne unserer Gemeinden sein, gerade dann wenn sie vom Tourismus leben.
Aus Landkreisen, die bereits zur Entsorgung „Sperrmüll auf Abruf“ übergegangen sind, werden Stimmen der Bürger laut, schnellstens wieder zum vorher praktizierten Abholverfahren zurückzukehren.
Aus Sicht der CDU-Fraktion bleibt zu prüfen, ob in den einzelnen Dörfern flexible Lösungen und Verbesserungen des bisherigen Systems herbeigeführt werden können. Oft sind es auch nur minimale Details, wie beispielsweise ein ungeschickt ausgewählter Wochentag der Sperrmüllabfuhren, die zu ändern wären.
Die CDU Kreistagsfraktion ist auch weiterhin grundsätzlich bereit diese Sachfragen im konstruktiven Dialog zu behandeln. Es wäre in der Sache aber sehr hilfreich, wenn die Landrätin von parteipolitisch geprägten Anwürfen Abstand nehmen würde.