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Annweiler: Mit 31 Jahren Ortsbürgermeister von Waldhambach. Mit 34 Jahren Bürgermeister der Verbandsgemeinde Annweiler? Christian Burkhart denkt, dass seine Chancen bei der Wahl am 11. Juni gut stehen. Der Christdemokrat tritt für das CDU/FWG/FDP-Bündnis als Ersatzkandidat für Kurt Wagenführer an.

Von Judith Hörle


Es verging gerade einmal eine Woche, bis der CDU-Vorstand nach der überraschenden Ankündigung von Amtsinhaber Kurt Wagenführer (FWG), aus gesundheitlichen Gründen seine erneute Kandidatur zurückzuziehen, drei Ersatzkandidaten aus dem Hut zauberte und davon auch einen dem FWG- und FDP-Vorstand schmackhaft machen konnte. Aber natürlich war dem ein längerer Prozess vorausgegangen. Bereits im vergangenen Jahr, als es um Wagenführers Gesundheitszustand nicht gut bestellt und es unklar war, ob er wieder für das bürgerliche Dreierbündnis antreten würde, machte sich die CDU so ihre Gedanken, wen sie aus ihren Reihen ins Rennen um den Chefsessel in der Verwaltung schicken könnte – und ging auf den jungen Ortsbürgermeister von Waldhambach zu. „Seitdem habe ich mich mit dem Thema näher beschäftigt“, rekapituliert Christian Burkhart. Da er viel Zuspruch aus der eigenen Partei, aber auch von außerhalb erfahren habe und auf die Unterstützung seiner Familie zählen könne, „fiel die Entscheidung jetzt recht schnell“. „Und ich bin froh, sie getroffen zu haben“, ergänzt der 33-Jährige, der am 23. Mai Geburtstag feiert.Der junge Polizeihauptkommissar hat Ambitionen und ist überzeugt, dass er sich gegen die beiden anderen Kandidaten – Annweilers Stadtbürgermeister Thomas Wollenweber (SPD) und Dernbachs Ortsbürgermeister Harald Jentzer (parteilos) –, die bereits auf mehr Jahre in der Kommunalpolitik zurückblicken, behaupten kann. „Ich bin der Jüngste. Aber es kann ja auch ein Vorteil sein, wenn man noch nicht so lange dabei ist und eine andere Perspektive mitbringt. Ich denke, das ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil.“

Für qualifiziert genug hält sich der Verwaltungswirt. „In meinem Beruf habe ich viel mit Menschen zu tun, werde tagtäglich mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert, muss schnell und flexibel darauf reagieren.“ Bei der Polizei sei er schon seit einigen Jahren in Führungsverantwortung, berichtet Burkhart, der nach Stationen in Speyer, Landau und Edenkoben seit 2014 wieder seine Dienststelle in Landau hat. Viel rumgekommen in kurzer Zeit. „Wenn man bei der Polizei etwas erreichen will, muss man das“, erklärt er. Und offensichtlich hat er dieses Ziel nicht nur in seinem Job.

„Ich bin zielstrebig, bodenständig und ehrlich, ohne verletzend zu sein“, beschreibt er seinen Charakter. Er stehe zu dem, was er mache und sei ein Teamplayer. „Und ich würde verantwortungsvoll mit der Aufgabe eines Bürgermeisters umgehen können“, sagt Burkhart und verweist darauf, dass er auch als Polizist verantwortungsvolle Entscheidungen zu fällen habe.

Seinen inhaltlichen Schwerpunkt will Burkhart darin setzen, die Potenziale der Verbandsgemeinde weiter auszuschöpfen. Dazu gehöre es, gute Bedingungen zu schaffen, damit sich junge Familien ansiedeln, und Gewerbeansiedlungen zu fördern, um die Wirtschaft anzukurbeln. Bekanntlich ist die Finanzlage des Trifelslands nicht besonders rosig. Er schätze die solide Finanzplanung Wagenführers, der Ausgaben auf das Nötigste beschränkt. Auch er wolle in diese Richtung gehen, aber auch mal versuchen, um die Ecke zu denken. „Mit möglichst wenig Geld den größten Effekt.“ Sparen sei wichtig, aber man dürfe sich nicht totsparen. Sein Ziel ist es, die Verbandsgemeindeumlage dauerhaft zu senken, um den Ortsgemeinden größeren finanziellen Spielraum zu ermöglichen.

Im Vergleich zum Amtsinhaber will Burkhart stärker bei den Vereinen ansetzen. „Die Ortsgemeinden würden ohne Vereine und Ehrenamt lahmliegen“, weiß er aus eigener Erfahrung, ist er doch selbst im Sportverein, Förderverein der Feuerwehr, bei den Pfälzer Kletterern, im Deutschen Alpenverein und über den Gemeinderat engagiert. „Es ist wichtig, dass die Dörfer nicht aussterben.“ Dazu gehöre natürlich auch der Erhalt aller dörflicher Kitas und Grundschulen – einschließlich Wernersberg, so der Vater einer siebenjährigen Tochter. Auch die Verwaltungsstrukturen sollten optimiert werden, findet er. „Die Verwaltung muss offen und ein Dienstleister für die Bürger und die Ortsgemeinden sein.“ Zudem gelte es, das große Tourismuspotenzial des Trifelslands noch mehr zu vermarkten. Einer Fusion mit der VG Hauenstein steht Burkhart offen gegenüber, wenn sie den Bürgerwillen in beiden Verbandsgemeinden widerspiegelt.

Im Falle einer Wahl will er sein Mandat als Ortsbürgermeister abgeben, sagt Burkhart, der aus Bruchweiler-Bärenbach stammt, der Liebe und Arbeit wegen ins Trifelsland zog und sich hier wohl und gut aufgenommen fühlt. Bei einer Personalunion sieht Burkhart die Neutralität nicht gewahrt, schließlich habe der Verbandsbürgermeister auch eine Aufsichtpflicht gegenüber den Ortsgemeinden. „Das würde mich in Zwiespalt bringen.“ Zudem: „Wenn ich eine Aufgabe mache, will ich mich voll darauf konzentrieren.“

Und wie bewertet er seine Chancen? „Wenn ich es schaffe, den Zuspruch, die Freude und den Enthusiasmus, die ich aus meinem Bekanntenkreis erfahre, auf den Wähler zu übertragen, dann stehen meine Chancen sehr gut.“

 

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz - Pfälzer Tageblatt - Nr. 58

Donnerstag, den 9. März 2017

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