„Die Zuckerrübe wird zu Recht als die Königin der Kulturen bezeichnet“, so
Christine Schneider bei Ihrem Besuch, „denn Sie prägt die Pfalz und Rheinhessen
und ist ein Garant für die Vielfalt der Fruchtfolge.“ Doch die Rahmenbedingungen
des Anbaus werden immer schwieriger, so die Agrarexpertin, weshalb
immer mehr landwirtschaftliche Betriebe überlegen aus dem Anbau auszusteigen.

In zahlreichen Gesprächen mit den Bäuerinnen und Bauern vor Ort würde der
Klimawandel spürbar, so Schneider. „Hinter uns liegt ein Jahr mit massiver Trockenheit.
Daraus entstehen große Probleme, speziell für die Zuckerrübenbauern.
Die Zuckerrübenerträge des Jahres 2018 sind rund 25 Prozent geringer als im
Vorjahr 2017, in vielen Einzelfällen sogar über 50 Prozent. Dabei ist zwar der
Zuckergehalt etwas höher als 2017, doch durch die große Hitze im Sommer 2018
sind die Zuckerrüben zum Teil im Boden ‚verkocht’ und nun zum Teil faul. Was
in diesem Jahr noch erschwerend hin zukommt ist, dass die Preise aufgrund des
weltweiten Überangebots an Zucker sich am Boden befinden“, erklärt Thomas
Knecht im Gespräch.
Zudem werde die Wettbewerbssituation des Rübenanbaus durch die Einschränkung
bei chemischen Pflanzenschutzmitteln verschärft, bestätigten Verbändevertreter
und Bauern vor Ort. Vor allem der Wegfall der Neonikotinoide, zur
Beizung von Rübensaatgut, wiege schwer. Durch dieses Verbot würde die Wettbewerbsfähigkeit
des Rübenanbaus gegenüber alternativer Kulturen wie Getreide,
Raps und Mais erheblich verschlechtern, da in Folge des Verbots die Rübenerträge
sänken und die Anbaukosten stiegen. Erschwerend komme hinzu,
dass in den europäischen Nachbarländern Notfallzulassungen für Neonikotinoide
erteilt würden, so die Experten im Gespräch.
Christine Schneider kündigte an, im Bundesministerium noch einmal die
schwierige Situation darzustellen und nach Möglichkeiten zu suchen, dass der
Zuckerrübenanbau auch weiterhin in der Pfalz und Rheinhessen beheimatet
bleibt. Außerdem forderte Schneider, dass ein Verbot von Neonikotionoiden
ganzheitlich gedacht werden muss. Wenn Neonikotinoide für die Landwirtschaft
verboten werden, dann müsse das Mittel auch in allen anderen Bereichen, wie
zum Beispiel bei der Parasitenbekämpfung von Hunden und Katzen, verboten
werden.
Die von Bundesministerin Julia Klöckner angekündigte Ackerbaustrategie sei
der richtige Weg, waren sich Schneider und die anwesenden Landwirte sicher.

Man müsse auch Antworten auf die schwierigen Fragen in Sachen Pflanzenschutz
geben: „Unser Ziel muss ohne Frage die Reduktion der Pflanzenschutzmittel
sein. Es kann aber nicht sein, dass unsere Landwirtinnen und Landwirte
keine Mittel zur Unkraut-, Schädlings- oder Pilzbekämpfung zur Verfügung haben.
Deshalb müssen im Rahmen der Ackerbaustrategie auch EU-weite, fristgerechte
Zulassungsverfahren für Mittel zum integrierten Pflanzenschutz sichergestellt
werden“, so Christine Schneider.
Schneider betonte, dass unmittelbar nach der Europawahl im kommenden Jahr
die Verhandlungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen
Union auf der Tagesordnung stehe. Man müsse im Rahmen dieser Verhandlungen
und der Reform der GAP eine Rückführung der gekoppelten Beihilfezahlungen
anstreben, so die Abgeordnete.

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