Von Sabine Dean


„Meine Damen und Herren, darf ich Ihnen die künftige Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Maikammer vorstellen?“ So empfing Karl Schäfer gestern Abend kurz nach 20 Uhr seine Nachfolgerin im Rathaus. Und er gratulierte ihr vor zahlreichen applaudierenden Gästen: „79,8 Prozent – ein tolles Ergebnis. Wer sie im Wahlkampf erlebt hat, hat gesehen, dass sie um jede Stimme gekämpft hat.“In der Tat: Noch am Samstag war Gabriele Flach in Maikammer unterwegs, hat sich bei Haustürbesuchen und an einem Stand vorgestellt. Ihr großes Ziel war es, eine hohe Wahlbeteiligung zu erreichen. Das ist ihr mit 78 Prozent in der Verbandsgemeinde gelungen. In St. Martin lag die Wahlbeteiligung am höchsten, bei 79,1 Prozent. Sie sei damit „sehr zufrieden“, betonte die 50-Jährige strahlend, verwies dabei aber auch darauf, dass der Erfolg eine Teamleistung sei. „Hinter uns liegen fünf Monate Wahlkampf mit 80 Terminen – das ist nur möglich mit zahlreichen Unterstützern“, dankte Flach allen ihren Helfern. Einige erwähnte sie namentlich: „Nadine Anton aus Kirrweiler hat mir vom ersten Tag an zur Seite gestanden.“ Und sie nannte das Team, „ohne das die Verbandsgemeinde nicht das wäre, was sie heute ist“. Schließlich dankte sie Schäfer, „auch für die Freundschaft“.

Flach, die in Edenkoben wohnt, wird sich übrigens ein neues Zuhause in der Verbandsgemeinde Maikammer suchen. „Es war klar, dass ich umziehe“, sagte sie. In welchen Ort sie ziehen werde, nach Maikammer, St. Martin oder Kirrweiler, sei aber noch unklar.

Bis 1. Januar will sich Flach, die derzeit noch als Verwaltungsdirektorin beim Gemeinde- und Städtebund arbeitet, die Zeit nutzen für eine „ordentliche Übergabe in Mainz“. Gespräche mit den Mitarbeitern der Verbandsgemeindeverwaltung sowie mit den Bürgern in den drei Ortsgemeinden hat sich die künftige Bürgermeisterin außerdem vorgenommen.

Eine ihrer Herzensangelegenheiten sei, „die Angebote für Kinder, Familien und Senioren bedarfsgerecht auszubauen“. Sie wisse, dass sie für eine gut aufgestellte Verbandsgemeinde verantwortlich sein werde, betonte sie, und verwies auf die Tatsache, „dass in jeder Gemeinde ein Kindergarten und eine Grundschule sind“.

Die Zeit bis zur Bekanntgabe des Wahlergebnisses hat Gabriele Flach gestern recht entspannt verbracht. „Ich habe mal ausgeschlafen, ich war auf dem Weinfest in Edenkoben, ich war joggen“, zählte sie lachend ihre Beschäftigungen am gestrigen Sonntag auf. „Erst am Mittag ist die Spannung gestiegen“, verriet sie. Nachdem alle Stimmen gezählt waren, musste Flach dann gestern Abend noch einmal arbeiten: Sie schüttelte zahlreiche Hände und ließ sich von vielen Gratulanten herzlich umarmen. „Die Tatsache, dass sich außer ihr niemand für das Amt beworben hat, werte ich als Bestätigung, dass die CDU die richtige Kandidatin gewählt hat“, meinte Karl Schäfer zu mancher Kritik, dass es nur eine einzige Kandidatin gegeben hat.

Gabriele Flach ist 2005 schon einmal bei einer Wahl angetreten: In der Landratswahl hatte sie 42,9 Prozent gegen die damalige Titelverteidigerin Theresia Riedmaier (SPD) erreicht. Sie war als Parteilose von der CDU ins Rennen geschickt worden.

 

Quelle:http://epaper.rheinpfalz.de/
Die zweite Rheinbrücke zwischen Wörth und Karlsruhe, das schnelle Internet, der Öffentliche Personennahverkehr sind nur drei Themen, für die wichtige Entscheidungen in Berlin fallen. Dem Bundestagsabgeordneten und CDU-Direktkandidaten der Südpfalz, Thomas Gebhart, fallen aber noch viel mehr ein, wenn man ihn nach der Bedeutung seiner Arbeit in Berlin für die Südpfalz fragt. „Vieles ist ganz eng verknüpft.“

Als Thema, das die Politik der nächsten Jahre beschäftigen wird, nennt er medizinische Versorgung und Pflege. „Ich bin nicht nur im Wahlkampf viel in der Südpfalz unterwegs“, erzählt der Abgeordnete im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Immer wieder treffe ich dabei Menschen, die sich Sorgen um ärztliche Versorgung und Pflege im Alter machen. Das Thema steht auf jeder Liste oben dabei.“Um den Menschen diese Zukunftsangst zu nehmen, gibt es für Gebhart nur einen Weg: Die Rahmenbedingungen verbessern. Im Klartext heißt das, Pflegepersonal muss besser verdienen, damit diese Berufe attraktiv bleiben. Gebhart: „Die jungen Leute sind hochmotiviert in der Ausbildung, springen dann aber ab, weil es harte Arbeit und schlecht bezahlt ist.“

Ein bundesweites Problem, das es zu lösen gilt, macht er an der Südpfalz fest. Im Kreis Germersheim haben 46 Prozent der Hausärzte bis 2022 die Altersgrenze erreicht, in Landau sind es 41 Prozent, in der Südlichen Weinstraße nur unwesentlich weniger. Gebhart glaubt aber nicht, dass dieses Problem mit Geld zu lösen ist. Vielmehr will er das vom Numerus clausus eng begrenzte Medizinstudium öffnen, damit mehr junge Leute Medizin studieren können. Gebhart: „Ich glaube nicht, dass der Abiturdurchschnitt darüber entscheidet, ob jemand ein guter Arzt wird oder nicht.“

In diesen Kontext passen die Entbürokratisierung des Gesundheitswesens, die Förderung von Familien, Baukindergeld, Entlastung kleiner und mittlerer Einkommen bei der Steuer, die die CDU verspricht und die der Abgeordnete zu 100 Prozent unterstützt.

In sein Spezialgebiet in der CDU-Fraktion, die Umwelt- und Klimapolitik, passt die geplante Biomüll-Vergärungsanlage in Westheim. „Die ist absolut sinnvoll“, so Gebhart. Langfristig wünscht er sich zu deren Betrieb eine Südpfalz-Lösung. Das heißt, auch die Südliche Weinstraße und Landau sollten ihren Biomüll in Westheim verwerten, statt ihn weiter weg zu fahren. Im Gegenzug müsste dann auch weniger Biomüll von weiter her zur Auslastung der Anlage nach Westheim gefahren werden. Jedenfalls wird Gebhart im Kreistag Germersheim den Bau dieser Anlage unterstützen.

Momentan aber fordert der Wahlkampf alle Kraft, „ich habe keine freie Stunde mehr“, sagte er beim CDU-Kreisparteitag Ende August in Sondernheim. Im Gegensatz zu Kandidaten, die über die Landesliste abgesichert sind, kann sich Gebhart nicht zwischendurch gemütlich zu Hause in Jockgrim zurücklehnen und abwarten. Er steht zwar weit vorne auf Platz vier, weil aber die CDU bisher immer so viele oder mehr Direktmandate gewonnen hat, wie ihr für Rheinland-Pfalz nach dem Wahlergebnis zustehen, nützt die Liste nichts. Daran verschwendet er aber zumindest öffentlich keinen Gedanken: „Ich will gewinnen und arbeite dafür.“

Wahlkampftermine mit Politprominenz hat er keine mehr. Interessant wird seiner Meinung nach aber ein Abend am 19. September in Herxheim. Dort wird eine Live-Dokumentation über die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten gezeigt. Dafür wurde parteiübergreifend Thomas Gebhart ausgesucht und einige Tage vom Filmteam begleitet. „Es ist eine Mischung aus Film und Live-Moderation“, kündigt er an. Die werde in ganz Deutschland gezeigt.

Zur Person

Fünf Fragen an Dr. Thomas Gebhart

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1. Was bedeutet für Sie Glück?

Im Einklang mit mir selbst zu sein.


2. Was macht Ihnen Angst?

Wie respektlos manche Menschen miteinander umgehen.


3. Welchen Prominenten außerhalb der Politik würden Sie gerne auf ein Glas Wein treffen?
Den Papst Franziskus

4. Welches Buch und oder welche CD würden Sie mit auf eine einsame Insel nehmen?

Hermann Hesse: Siddhartha.


5. Welcher Ort bedeutet für Sie Erholung und abschalten vom Politikalltag?

„Ich bin überwältigt. Das ist der Wahnsinn.“ Christian Burkhart hat das geschafft, was kaum einer geglaubt hat: einen Durchmarsch im ersten Wahlgang. Mit 50,9 Prozent der Stimmen holt er den Sieg in der Verbandsgemeinde Annweiler und wird diese ab dem Jahreswechsel führen. Der Christdemokrat, den die bürgerliche Koalition ins Rennen geschickt hat, nachdem Amtsinhaber Kurt Wagenführer (FWG) aus gesundheitlichen Gründen seine Kandidatur zurückgezogen hatte, ist gerade einmal 34 Jahre alt. Aber das sah er immer als Vorteil. Frischer Wind, neue Perspektiven, führte Burkhart an, der seit 2014 Ortsbürgermeister von Waldhambach ist. Und offensichtlich konnte der bodenständige und zielstrebige Jungspund auch die Wähler von seinen Qualitäten überzeugen.Als um 18.25 Uhr das erste Zwischenergebnis eintrudelt – Münchweiler, 65,5 Prozent für Burkhart – herrscht noch verhaltene Stille im Wahlbüro im VG-Rathaus. Fünf Minuten später betritt Burkhart mit seiner Frau den Raum. Der zweite und dritte Stimmbezirk entscheiden sich zu seinen Gunsten. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Aber er ist noch vorsichtig: „Abgerechnet wird zum Schluss.“ 19.10 Uhr ist es so weit. Und Burkhart ist überglücklich – nicht überschwänglich, das ist nicht seine Art. Noch mal ein Abstecher nach Offenbach, um seinem Parteifreund und künftigen Landrat Dietmar Seefeldt zu gratulieren, dann geht’s zurück nach Waldhambach, um bei der Feuerwehr zu feiern.

Fertig mit der Welt ist dagegen Thomas Wollenweber. Kurz nach 19 Uhr steht für den Sozialdemokraten nicht nur fest, dass er mit 22,1 Prozent der Stimmen Schlusslicht geworden ist. Ihn erreicht auch die Nachricht, dass nach Alsterschwänin Anni nun auch ihr Partner Willi tot aufgefunden wurde. Glücklicherweise stellt sich das später als Falschmeldung heraus. Aber in dem Moment kann er nur angespannt und frustriert sagen: „Mir reicht’s für heute.“ Natürlich sei er enttäuscht, aber er bereue seine Entscheidung nicht, ein zweites Mal angetreten zu sein. Wer etwas mit Leidenschaft mache, müsse auch dafür einstehen. Bereits bei der Bürgermeisterwahl 2009 hatte sich der Lokalmatador nicht gegen den Edenkobener Kurt Wagenführer durchsetzen können. Der ist gestern selbst ein bisschen aufgeregt. „Ich fühle mich acht Jahre zurückversetzt.“ Immer wieder tuschelt er mit Burkhart, als Zahl für Zahl die Wahlergebnisse einlaufen. Und die Mundwinkel gehen immer mehr nach oben. Sein damaliger Konkurrent Wollenweber kommt als letzter der drei Kandidaten ins VG-Rathaus. Nicht mal die Trifelsstadt konnte er für sich entscheiden. „Wenn ich das Ergebnis sehe, muss ich mich fragen, ob ich die letzten 13 Jahre geschlafen habe“, kommentiert der 53-Jährige ernüchtert.

Auch Harald Jentzer ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Zwar hat der parteilose Kandidat mit 27 Prozent mehr Stimmen als Wollenweber eingefahren. „Aber das bringt mir auch nichts. Ich bin angetreten, um zu gewinnen.“ Er habe die Stimmungslage anders eingeschätzt, mit einer Stichwahl gerechnet. Am Abend will er es sich mit seiner Familie gemütlich machen, um das Wahlergebnis zu verdauen. Immerhin hat der Ortsbürgermeister von Dernbach in seiner Heimatgemeinde die meisten Stimmen abgeräumt.

Quelle: http://epaper.rheinpfalz.de/EPaper/PHP-Files/archivedpages.php?#

„Ich kann es gar nicht richtig fassen, ich bin einfach nur glücklich“, sagt Dietmar Seefeldt gestern Abend wenige Minuten nach Bekanntwerden des Endergebnisses der RHEINPFALZ. Er wird der neue Landrat an der Südlichen Weinstraße. Er sei einfach froh, dass er im ersten Wahlgang den Durchmarsch geschafft habe. Fast scheint es, als wäre dieser Wahlsieg schicksalhaft. Der 46-Jährige wuchs in einem christdemokratischen Haushalt auf, sein Vater Manfred lenkte lange Jahre die Geschicke der Verbands- und Ortsgemeinde Offenbach. Am Mittagstisch ging es eigentlich immer nur um eines: um Politik. Schon als Teenager engagierte er sich in der Jungen Union, der Kaderschmiede der Christdemokraten. Beispielsweise sammelte er Unterschriften für den Bau einer Rutsche im heimischen Freibad. Der großgewachsene Südpfälzer mit der leichten Mallorcabräune im Gesicht machte sein Abitur in Landau, absolvierte anschließend eine Ausbildung zum Diplom-Verwaltungswirt bei der damaligen Bezirksregierung in Neustadt und studierte dann Jura in Heidelberg. Mit dem zweiten Staatsexamen fand er seine erste Stelle als Justiziar bei Landesforsten Rheinland-Pfalz. „Ich kannte fast jeden Förster im Land, das war ein toller Job“, hat der Vater dreier Töchter kürzlich gesagt. Nach zwölf Jahren auf dieser Position wechselte er als hauptamtlicher Beigeordneter in den Kreis Germersheim.

Seefeldt ist Vorsitzender der CDU-Fraktion im Kreistag und Mitglied des Verbandsgemeinderats Offenbach. Auf die Sitzungen bereitet er sich immer sehr gut vor, er liebt das Detail. Aber er ist kein Polterer, kein begnadeter Redner, der einen Saal zum Beben bringen kann – anders als die sozialdemokratische Amtsinhaberin Theresia Riedmaier, die aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt vorzeitig niederlegen wird.

Mit seinem Sieg geht für die Christdemokraten an der Südlichen Weinstraße eine lange Durststrecke zu Ende, denn der Landkreis galt lange als konservative Stammregion. Doch Theresia Riedmaier war es vor 20 Jahren überraschend gelungen, als erste urgewählte Landrätin für die SPD ins Kreishaus einzuziehen. Über ihre komplette Amtszeit hinweg musste sie jedoch gegen eine bürgerliche Koalition aus CDU, FWG und FDP im Kreistag regieren. Auf diese Mehrheit kann sich der für acht Jahre gewählte Dietmar Seefeldt nun stützen.

Er übernimmt einen Landkreis mit rund 112.000 Einwohnern, der vor allem vom Weinbau und Tourismus lebt. Kindergärten, Schulen und Krankenhäuser sind in einem guten Zustand. Die Verbesserung der Infrastruktur, vor allem der Breitbandausbau, und die Gestaltung des demografischen Wandels waren die Wahlkampfthemen des Christdemokraten. Dabei schränkt der Schuldenberg von rund 85 Millionen Euro seine Gestaltungsmöglichkeiten ein.

Seefeldt hat mal gesagt, er mag die Menschen in seiner Heimat wegen ihrer Offenheit. Er hat versprochen, ein offenes Ohr für sie zu haben.

 

Quelle: Die Rheinpfalz - Pfälzer Tageblatt - Nr. 134

 

Wahlergebnis Wahl der Landrätin des Landrats 2017.html Seite 1

Wahlergebnis Wahl der Landrätin des Landrats 2017.html Seite 2

Wahlergebnis Wahl der Landrätin des Landrats 2017.html Seite 3

Wahlergebnis Wahl der Landrätin des Landrats 2017.html Seite 4

 

Quelle: https://www.suedliche-weinstrasse.de/…/meld…/lr_wahl2017.php

 

 

 

Kreis Südliche Weinstraße. Am Sonntag, 11. Juni, finden die Wahlen des Landrats des Kreises Südliche Weinstraße statt. Nach 20 Jahren legt Theresia Riedmaier ihr Amt aus gesundheitlichen Gründen nieder. Zur Wahl für ihre Nachfolge stehen insgesamt drei Kandidaten. Chefredakteurin Yvonne Myszkowski vom PFALZ-ECHO traf sich mit allen drei und stellte ihnen dieselben Fragen. Den Auftakt macht Dietmar Seefeldt (CDU). In den kommenden Ausgaben folgen Torsten Blank (SPD) und Bärbel Conrad (Bündnis 90/Die Grünen).

Können Sie uns ein bisschen was über sich selbst und Ihren Werdegang erzählen?

Dietmar Seefeldt: Ich lebe seit meinem zweiten Lebensjahr in Offenbach, bin inzwischen 
46 Jahre alt und durch und durch Südpfälzer. In dieser schönen Region sind auch meine drei Töchter geboren. In Landau, am ESG, habe ich Abitur gemacht, anschließend eine Ausbildung für den gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst bei der Bezirksregierung – so hieß sie damals noch – in Neustadt absolviert. Dann kam der Wehrdienst, schließlich das Jura-Studium in Heidelberg sowie Referendariat mit erstem und zweitem Staatsexamen. Danach hatte ich das Glück, eine Stelle bei der Landesforstverwaltung zu bekommen, auch in Neustadt. Zwölf Jahre lang war ich dort – eine sehr spannende und abwechslungsreiche Tätigkeit. Vereinfacht ausgedrückt, war  ich für den Wald zuständig. Vieles aus dieser Zeit prägt mich heute noch, die Themen sind mir wichtig und haben deshalb selbstverständlich Eingang in mein Programm gefunden. Weiter ging es 2012: Ich wechselte zur Kreisverwaltung Germersheim, wurde dort Dezernent für Jugend, Soziales und Schule. Die ersten zwei Jahre war ich auch noch Vorsitzender des Kreisrechtsausschusses und in der Funktion sehr viel mit Bauangelegenheiten beschäftigt. Seit 2014 bin ich erster Kreisbeigeordneter, sprich Stellvertreter des Landrats, und somit ist mir die gesamte Themenpalette, die in einer Kreisverwaltung anfällt, aus eigenem Erleben bekannt.

Die Südliche Weinstraße ist mein Zuhause.

Was sind Ihre Hobbys?

Dietmar Seefeldt: Wann immer es geht, spiele ich wöchentlich einmal in Offenbach Fußball. Das mache ich dann sehr leidenschaftlich. Ich spiele seit meiner Kindheit Fußball. Als Zuschauer gehe ich eher zu Handballspielen, zum TV Offenbach. Ansonsten genieße ich es, gerade jetzt, wenn es wieder etwas wärmer wird, zu schwimmen (gern und hoffentlich noch lange im Offenbacher 50m-Schwimmbecken), zu wandern oder auch Rad zu fahren. Dafür ist unsere Region bestens geeignet. Hier bin ich immer gern unterwegs.

Was ist Ihr Lieblingsessen?

Dietmar Seefeldt: Das fällt mir leicht: Dampfnudeln mit Vanillesoße!

Gab es eine bestimmte Erfahrung oder einen Anlass, der Sie dazu veranlasste, in die Politik zu gehen?

Dietmar Seefeldt: Ich bin in einem politisch geprägten Elternhaus aufgewachsen: Mein Vater war 30 Jahre lang Bürgermeister – und da war das Thema Kommunalpolitik immer präsent. Es kam, wie es vielleicht dadurch ja kommen musste: Ich wurde angesprochen, ob ich nicht Lust hätte, mitzuarbeiten – bei mir war das damals die Junge Union. Es gab kein bestimmtes Ereignis. Irgendwie war das selbstverständlich. Mit 24 Jahren bin ich dann schon in den Verbandsgemeinderat gewählt worden und seitdem dabei. Das Grundinteresse an Politik, ganz besonders an Kommunalpolitik, habe ich schon seit meiner Kindheit. Ich habe direkt miterlebt, dass Politik was gestalten kann. Natürlich hat mich – damals meinen altersgemäßen Interessen entsprechend – sowas wie ein Stadionbau oder die Sanierung eines Schwimmbads besonders interessiert. Aber egal worum es ging, ich habe schon als Kind die Planung von Anfang an mitbekommen, den weiteren Verlauf genau verfolgt und dann das Ergebnis gesehen. Für mich war es greifbar: Kommunalpolitik kann richtig was bewegen!

Schlagwort Breitbandausbau: Wie wollen Sie den Landkreis fit für die digitale Zukunft machen?

Dietmar Seefeldt: So wie ein gut ausgebautes Straßennetz ein wichtiger Standortfaktor für die erfolgreiche Ansiedelung von Gewerbe und Industrie ist, genauso bedeutend ist schon heute das Thema Breitbandversorgung. Es gehört zu den Zukunftsthemen schlechthin. Daher ist es erfreulich, dass unser Landkreis den Bundeszuschuss für das Breitbandprojekt erhalten hat. Die Ortsgemeinden haben die Aufgabe an die Verbandsgemeinden, die Verbandsgemeinden haben sie an den Landkreis übertragen – eine tolle Gemeinschaftsleistung! Der Kreis hat in den Gremien die Entscheidung herbeigeführt, dass 1,2 Millionen Euro investiert werden, um die sogenannten weißen Flecken zu beseitigen. Wir sind uns glücklicherweise parteiübergreifend einig, dass wir das brauchen, dass das wichtig ist – für uns zuhause, vor allem aber für alle Betriebe. 

Ich begegne meinem Gegenüber stets auf Augenhöhe und lege auf ein bodenständiges Miteinander großen Wert.

Dietmar Seefeldt: Ob Schreiner oder Architekturbüro – sie siedeln sich nur dann an, wenn auch eine entsprechende Breitbandversorgung vorhanden ist. Als Landrat möchte ich das Thema weiter vorantreiben und die Ortsgemeinden unterstützen. Welcher Weg dann gegangen wird, dem stehe ich offen gegenüber. Zum Beispiel arbeiten in der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern viele Gemeinden mit einem privaten Investor zusammen, der Glasfaser bis an die Häuser verlegt. Kostenfrei für die Gemeinden und für die Eigentümer. Das ist natürlich eine super Sache. Fest steht, dass es ein politisches Ziel des Landkreises bleibt, bei diesem wichtigen Zukunftsthema angesichts des enormen technischen Fortschritts am Ball zu bleiben und auf aktuelle Entwicklungen schnell zu reagieren. Die Zukunft ist digital. Dafür sind auch die Schulen fit zu machen, indem Projekte wie die „Digitale Schule oder Schule 4.0“ angegangen werden. Dabei geht es für die Schülerinnen und Schüler um die Vermittlung eines breiten Portfolios an Kompetenzen: Medienkompetenz, kritischer Umgang mit Informationen und Daten, Sicherheit im Netz bis hin zu Wissen über Technik und Problemlösung.

Schlagwort Infrastruktur: Was sind Ihre Ziele für den Landkreis? Wie stehen Sie zu einer zweiten Rheinbrücke?

Dietmar Seefeldt: Eine zweite Rheinbrücke brauchen wir unbedingt. Ein ganz klares Ja! Denn das Thema betrifft die gesamte Südpfalz. Es geht um die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, um wirtschaftliche Stärke und damit um Lebensqualität. Ich kann nicht verstehen, dass nach so vielen Jahren das Land immer noch kein Baurecht hergestellt hat. Das haben wir als Kreis leider nicht in der Hand. Aber wir können immer und immer wieder aufmerksam machen, wie wichtig das Projekt ist. Als CDU-Kreistagsfraktion Südliche Weinstraße, in der ich seit zehn Jahren Fraktionsvorsitzender bin, haben wir längst Resolutionen für den Bau einer weiteren Brücke eingebracht. Ich bin mir sicher, dass auch die Menschen der badischen Seite eine weitere Brücke gerne nutzen werden, um unsere schönen Weinfeste zu besuchen. Schon immer wirklich wichtig ist für mich auch das Thema Kreisstraßen. Ich achte sehr darauf, dass wir jedes Jahr entsprechende Gelder für die Sanierung und den Ausbau unserer Kreisstraßen im Haushalt einstellen.

Schlagwort Wirtschaftsregion: Wie wollen Sie die Wirtschaftsregion konkret stärken?

Dietmar Seefeldt: Wein und Tourismus – für viele der Wirtschaftsfaktor der Südlichen Weinstraße schlechthin und unsere große Stärke. Um diese Stärke zu erhalten und auszubauen, werde ich die Entwicklungen im Auge behalten, Impulse setzen und Innovationen unterstützen. Im Tourismus zum Beispiel sehe ich die Chance, unsere Attraktivität durch neue Wellnessangebote zu steigern. Zu einer funktionierenden Wirtschaft gehören wie die Winzer, Gastronomen und Gastgeber auch der Mittelstand und das Handwerk. Jeder hat seine eigenen Themen und Perspektiven. Ich möchte Hinhören, verstehen und das unterstützen, was möglich ist. Wichtige Arbeit leistet dabei unsere Wirtschaftsförderungsgesellschaft, die MBB. Ein Thema liegt mir am Herzen: Ich möchte klar herausstellen, welche Wege es gibt, um erfolgreich Gewerbe anzusiedeln, und damit u. a. Arbeits- und Ausbildungsplätze zu schaffen. Eine Aufgabe als Landrat sehe ich darin, mich dafür einzusetzen, dass sich unsere vielen kleineren Gemeinden im Kreis weiterentwickeln können. Wenn wohnortnah Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, kann dies zu einer Reduzierung des immer stärker werdenden Pendlerverkehrs beitragen. Besonders stärken, können wir unsere Wirtschaftsregion auch, indem wir z. B. gezielt gesuchte Fachrichtungen schon als Ausbildung anbieten und damit dem Fachkräftemangel entgegentreten. Eine konsequente Weiterentwicklung der Berufsbildenden Schulen gehört hier dazu.

Wo sehen Sie die Stärken des Landkreises?

Dietmar Seefeldt: Der Landkreis Südliche Weinstraße ist traumhaft. Wenn ich über die Rheinebene Richtung Südliche Weinstraße fahre, sich in der Ferne hinter der Ebene die Weinberge und schließlich der Pfälzer Wald erheben, spüre ich die Stärke, die Schönheit, die Besonderheit unserer Region. Wo wir leben dürfen, machen andere Urlaub. Was für eine Stärke! Unsere Landschaft, der Wein, unsere Gastfreundschaft, unser Miteinander. Wir sind gut aufgestellt, unsere Betriebe und die Menschen leisten Hervorragendes. Und gerade deshalb, um diese Stärke zu erhalten und auszubauen, gilt es, die Entwicklungen im Auge zu behalten und als Landrat Impulse zu setzen, Innovationen zu unterstützen. So geht es beispielsweise im Tourismus heute oft um Wellnessangebote. Gemeinsam müssen wir sehen, was noch erforderlich und möglich ist. Ich stelle mir grundsätzlich in allen Bereichen die Frage: Was können wir noch besser machen, was wollen wir bewegen und erreichen?

Und wo seine Schwächen?

Dietmar Seefeldt: Schwächen – natürlich gibt es die auch. Und Themen, in die ich den Finger wie in eine Wunde legen könnte. Grundsätzlich völlig schief laufen die Dinge bei uns aber nicht. Wir haben das Glück, in einer Region zu leben, die wirtschaftlich gesund ist, in der Gemeinschaft noch zählt und uns in allen Belangen stärkt.

Die Zukunft ist digital.   

Wenn Sie die heutige Weltpolitik ansehen: Präsident Trump, Erdogans Entscheid, etc. – wie würden Sie die aktuelle Lage kommentieren?

Dietmar Seefeldt: Ich bin von Grund auf ein sehr optimistischer Mensch. Für mich ist das Glas immer halb voll, nicht halb leer. Nichtsdestotrotz sind in den letzten Monaten Entwicklungen zu verzeichnen, die mir nicht gefallen: Brexit, Wahl von Präsident Trump, politische Veränderungen in der Türkei ... Diesen Entwicklungen entgegnen- und für ein starkes Europa einzutreten, ist Aufgabe von uns allen, natürlich auch von Kommunalpolitikern und einem Landrat. Wie wichtig die Umsetzung des europäischen Gedankens war und ist, können wir in unserer Region regelrecht greifen: Die französische Grenze ist unmittelbar in der Nachbarschaft. Wir haben über diese Grenze hinweg ein sehr gutes Miteinander, greifen gemeinsam wichtige Projekte an. 70 Jahre Frieden ist ein großes Glück, aber keine Selbstverständlichkeit. Doch vielleicht haben ungute Entwicklungen doch was Gutes: Wir erkennen, was wir nicht wollen und lernen schätzen, was wir haben. Wir werden aufmerksamer im Miteinander – auch in der Politik – und haben dann auch wieder Freude am demokratischen Handeln und Gestalten für eine gemeinsame gute Zukunft.

Für mich war es greifbar: Kommunalpolitik kann was bewegen!

Beschreiben Sie sich selbst in fünf Worten.

Dietmar Seefeldt: Ich kann zuhören, bin interessiert, manchmal ungeduldig, sportlich und vor allem gerne mit Menschen zusammen.

Warum sollte man Sie wählen?

Dietmar Seefeldt: Die Menschen, ihre Themen und ihre Mentalität sind mir vertraut, die Südliche Weinstraße ist mein Zuhause. Ich begegne meinem Gegenüber stets auf Augenhöhe und lege auf ein bodenständiges Miteinander großen Wert. Das ist aber nur ein Teil des Ganzen, schließlich geht es nicht nur ums Repräsentieren unserer Heimat. Der andere Teil ist meine Qualifikation: Ich habe eine abgeschlossene Ausbildung, ein abgeschlossenes Studium, kenne ziemlich alle Aspekte von Verwaltung aus meinem Arbeitsleben. Derzeit hilft mir dies sehr bei meinen Aufgaben als Stellvertreter des Landrats in Germersheim. Ich traue mir zu, eine so große Verwaltung zu führen und konstruktiv mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Aufgaben anzupacken. (yv)

 

Quelle

Fritz Brechtel (CDU) gewinnt die Landratswahl – Seine dritte Amtszeit beginnt im Oktober – An ihrem Ende wird er 70 Jahre alt sein

Von Thomas Fehr

Germersheim. Fritz Brechtel (CDU) bleibt Landrat im Kreis Germersheim und peilt eine dritte komplette achtjährige Amtszeit an, auch wenn er an deren Ende fast 71 Jahre alt sein wird. Bei der gestrigen Wahl lag er mit 65,6 Prozent der Stimmen klar vor SPD-Herausforderin Nicole Zor.

Spannend gemacht haben es gestern die Sondernheimer, die als letzter von 102 Wahlbezirken bei der Auszählung der Briefwahl besonders sorgfältig vorgingen. Zwar war schon geraume Zeit klar, dass das Ding für Brechtel gelaufen ist – für den Siegerjubel brauchte es aber auch das letzte Ergebnis. Als das kam, flammten Wunderkerzen auf, seine engsten Mitarbeiter servierten dem sichtlich überraschten Brechtel die Landratstorte.In einem ersten Statement bedankte sich Brechtel bei seinen Mitarbeitern der Kreisverwaltung und Partei: „Alleine wäre das nie möglich gewesen.“ Der unterlegenen Nicole Zor (SPD) gratulierte er zu einem Achtungserfolg, den sie als Einsteigerin in die Politik ohne viel politische Erfahrung errungen habe. Komplettiert wurde der Erfolg aus CDU-Sicht dadurch, dass Karl Dieter Wünstel das Verbandsgemeinderathaus in Jockgrim von der SPD eroberte und Marcus Schaile in Germersheim mit klarem Votum Bürgermeister bleibt.

Er profitiere gerade jetzt von seiner großen Erfahrung und dem Netzwerk, das er in den vergangenen Jahrzehnten als ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter und dann später als Landrat aufgebaut habe, nannte Brechtel vor der Wahl als Motivation, bis weit ins Rentenalter im Amt bleiben zu wollen.

Rente war gestern Abend natürlich kein Thema für Brechtel. Dass er dennoch ans Alter denkt, spiegelt sich im Projekt „Gemeinsam älter werden – zu Hause“ wider, das er seit Jahren vorantreibt und mit dem der Kreis bundesweit zum vielzitierte Musterbeispiel wurde. „Wir wollen das Versorgungsnetzwerk für die alten Menschen ausbauen und Wohnprojekte vor Ort unterstützen“, sieht er eine Zukunftsaufgabe für die dritte Amtszeit.

Wenn Brechtel „wir“ sagt, meint er Mitstreiter in Politik, Verwaltung, Ehrenamt. „Erfolge sind nicht das Werk eines einzelnen“, sagte er im Wahlporträt gegenüber der RHEINPFALZ. Als Landrat könne er zwar Moderator, Motivator oder Ideengeber sein, aber nichts im Alleingang bewirken, beschreibt er seine Arbeit. Für diese hat er vier Schwerpunkte aufgestellt, die auch die kommende, im Oktober beginnende Wahlperiode bis 2025 prägen sollen. Die Schwerpunkte sind „Wirtschaft“, „Bildung“, „Soziales und Familie“ und „Lebensqualität“.

Brechtel ist unter anderem Mitglied des Bezirkstages Pfalz, Schatzmeister im CDU-Bezirksverband Pfalz, Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Germersheim-Kandel. Außerdem ist er Vorstandsmitglied in der Technologieregion Karlsruhe, der Metropolregion Rhein-Neckar, im Eurodistrict Pamina und im rheinland-pfälzischen Landkreistag.

 

Quelle

 

Die Rheinpfalz - Pfälzer Tageblatt - Nr. 112

Montag, den 15. Mai 2017

Seite 10